ASEAN-Staaten bieten Lebensmittel- und Verpackungsindustrie exzellente Marktchancen

Konrad Kauth, DR. KLIPPE Consult, Manila, 14.05.2010*

Ernährung in Asien bedeutet nicht nur Lebensmittel, sondern vor allem auch Food-Processing, und Maschinen der Verpackungsindustrie. Der Lebensmittelbedarf, der Verbrauch als auch die Verpackungsgrößen sind dabei von großer Bedeutung, wenn es darum geht „gute Geschäfte zu generieren “. DR. KLIPPE CONSULT zeigt Ihnen auf Grund von langjähriger Erfahrung in den ASEAN Staaten, wie Sie sich einen entscheidenden Marktvorteil verschaffen können.

1. Historie ASEAN

Die ASEAN wurde 1967 von Thailand, Indonesien, Malaysia, den Philippinen und Singapur gegründet. Ziel war die Förderung des wirtschaftlichen Aufschwungs, des sozialen Fortschritts und der politischen Stabilität. Erfolge der wirtschaftlichen Öffnungspolitik zeigten sich bald und so zählen die Mitgliedsländer heute zum Teil zu den sogenannten Tigerstaaten und Pantherstaaten. [Quelle Wikepedia]

Heute hat die ASEAN zehn Mitgliedstaaten mit rund 575 Millionen Menschen (ca. acht Prozent der Weltbevölkerung). Im Jahre 2007 lag das gemeinsame Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei rund 1200 Milliarden US-Dollar. Die durchschnittliche Zuwachsrate des Bruttoinlandsprodukts liegt bei vier Prozent pro Jahr (2003).

Unter dem Namen „ASEAN Economic Community“ (ASEAN Wirtschaftsgemeinschaft) sind eine Reihe von Abkommen und Initiativen zusammengefasst, um durch starke wirtschaftliche Integration und Reduktion der Handelsbarrieren zwischen den Mitgliedsstaaten eine prosperierende Wirtschaftsregion zu fördern.

Die Wachstumsraten in den zehn ASEAN-Staaten liegen alle in einem deutlich positiven Bereich und erinnern an die Wachstumsraten in den EU-Beitrittsländern Mittel- und Osteuropas. Dennoch klafft die Wohlstandsentwicklung teilweise sogar noch immer weit auseinander, da der ASEAN-Raum im Gegensatz zur Europäischen Union über kein System des finanziellen Ausgleichs zwischen reichen und armen Ländern verfügt.

Es herrscht eine große Vielfalt an Religionen: Thailand, Myanmar, Vietnam, Kambodscha und Laos sind überwiegend buddhistisch, wobei Vietnam einen großen Anteil an Atheisten aufweist. Indonesien, Brunei und Malaysia sind überwiegend islamisch. Indonesien ist weltweit der Staat mit der größten islamischen Bevölkerung. Die Philippinen sind überwiegend christlich-katholisch.

2. Trends - Essgewohnheiten in den ASEAN-Ländern

Die verschiedenen Religionen beeinflussen im erheblichen Maße die Essgewohnheiten und somit das Konsumentenverhalten im Bereich der Lebensmittelbranche.

Die 10 Länder der ASEAN-Gruppe stellen mit 575 Millionen Verbrauchern einen großen potentiellen Markt für die europäische Verpackungsindustrie dar. Der Bedarf an Lebensmitteln sowohl in Quantität als auch die Qualität ist stetig steigend. Standardprodukte des täglichen Bedarfes wie, Reis, Fisch, Fleisch etc. werden aufgrund der unterschiedlichen Einkommen der Bevölkerung noch in erheblichem Masse auf den traditionellen Märkten gekauft.

Unterschiedlich zu europäischen Essgewohnheiten von drei Mahlzeiten in einer großen Portion pro Tag, werden in den ASEAN Staaten über den Tag mehrere Mahlzeiten teilweise bis zu 6-7 Mahlzeiten verteilt zu sich genommen. Dazu parallel haben sich über den Verlauf der letzten Jahrzehnte die in Europa und Amerika schon lange bestens eingeführten Supermarkt Ketten auch in den ASEAN Staaten etabliert. Diese tragen dem steigenden Bedürfnis und der steigenden Nachfrage der Bevölkerung nach  internationalen, hochwertigen Produkten und entsprechender Verpackung Rechnung.

3. Wie stellt sich der Lebensmittelmarkt in den ASEAN-Staaten dar?

Generell ist anzumerken, dass aufgrund des hohen Bevölkerungsanteils die einzelnen Länder der ASEAN-Staaten unterschiedliche Export- und Importanteile haben. Ferner sind multinationale Konzerne wie z.B. Nestlé, Unilever und Cargill schon seit Dekaden in Asien ansässig um die Bedürfnisse der Märkte mit deren umfangreichen Produkten abzudecken.

Bisweilen finden Produktverlagerungen in andere asiatische Länder und Produktionsstandorte statt. Aufgrund des stetig steigenden Bedarfes ist von einem negativen Trend in keinem Fall auszugehen. Ganz im Gegenteil!

Jedes Jahr werden umfangreiche Investitionen im Bereich der Investitionsgüter der Verpackungsindustrie und der Prozesstechnik getätigt. Nur geringfügig haben stetig steigende Rohstoffpreise wie beispielsweise Zucker oder Kakao einen Einfluss auf den Zeitpunkt der Investition.

In den ASEAN-Staaten ist die Nachfrage für Maschinen der Lebensmittel- und Getränkeindustrie enorm und die lokale Maschinenbauindustrie kann in den seltensten Fälle den internationalen Standard und dem Bedarf entgegentreten. Lediglich für kleine Portionspackungen werden bisweilen Maschinen aus den ASEAN-Staaten angeschafft, um den Marktpreisen der Produkte gerecht zu werden.

Aus diesem Grunde exportieren seid langen Jahren große Verpackungsmaschinenhersteller erfolgreich. Aber auch viele mittelständische Unternehmen der lebensmittelverarbeitenden Branchen in Europa exportieren zunehmend in die ASEAN-Staaten, um dem stetig steigenden Bedarf gerecht zu werden.

Es ist ferner festzustellen, dass ein immenser Umschwung auch in der Präsentation der Waren stattgefunden hat. In vielen Supermarkt-Ketten Asiens finden immer mehr verpackte Produkte in den Regalen ihren Platz und kommen somit den gestiegenen Ansprüchen der Kundschaft entgegen.

Zugleich wächst die Anforderung an die Verpackungsindustrie, an die Gewohnheiten angepasste Verpackungen herzustellen. Insbesondere kleine Verpackungsgrößen sind bei der Bevölkerung sehr beliebt. Insgesamt geilt wie auch in Europa: Das Auge isst mit, und die Verpackung muss praktisch sein.

4. Markteintritt in ASEAN-Staaten - Besonderheiten beachten

Aus diesen Gründen ist es sicherlich unabdingbar, vor Markteintritt in die ASEAN-Staaten eine ausführliche Marktrecherche für das jeweilige Produkt, welches zu vermarkten gilt, anzufertigen.

Ein Messeauftritt auf einer der zahlreichen Fachmessen in Asien mit einem Infostand unter der Obhut eines asienkundigen Partners ist ferner ein erster konstruktiver Schritt, um die Märkte, die Kultur und das Kaufverhalten besser abschätzen zu können. Doch sollte bereits im Vorfeld geklärt sein, wie im Anschluss an die Messe „all jene Kundenkontakte verfolgt werden.“ Sichern Sie sich daher zunächst den lokalen Partner, um Nachhaltigkeit zu garantieren.

Ein altes chinesisches Sprichwort sagt:

„Ein Geschäft eröffnen ist leicht; schwer ist es, es geöffnet zu halten.“

5. Fazit „Lebensmittel- und Verpackungsmarkt ASEAN"

ASEAN ist eine Region mit fast 600 Millionen Verbrauchern, einem stetig wachsenden Markt für Lebensmittel und damit auch für Food-Processing und Verpackungsindustrie. Moderne Supermärkte und Malls bieten den Ausgangspunkt für einen gewaltigen Konsum. Der Eintritt in diese asiatischen Märkte ist mit Geduld zu praktizieren. Ein lokaler Partner sichert die Nachhaltigkeit, der Messeauftritt fördert die Vertrauensbildung.

© DR. KLIPPE Consult 2010

 


(*) DR. KLIPPE-Partner Konrad Kauth ist Experte für den Themenbereich Ernährung (Food-Prozessing, Verpackungsindustrie) in Südostasien. Sein Sitz ist in Manila, Philippinen.

E-Mail: k.kauth@dr-klippe.com