Laos plant massiven Ausbau der Wasserkraft zur Stromerzeugung

Lieferchancen bei Aufbau eines Leitungsnetzes


Alexander Hirschle*
, gtai/DR. KLIPPE, Vientane, 15.05.2010

Laos gilt als Land mit großem wirtschaftlichen Potenzial. Denn im Gegensatz zu den meisten Nachbarn gibt es aufgrund der geringen Einwohnerzahl keinen Bevölkerungsdruck, aber gleichzeitig umfangreiche natürliche Ressourcen. Im Vordergrund steht dabei die Erzeugung von Strom über Wasserkraft, die in den kommenden Jahren deutlich ausgebaut und in Drittländer exportiert werden soll. Bereits heute zeichnet die Energiewirtschaft für mehr als 10% der Exporteinnahmen verantwortlich.

Im Zuge des Ausbaus der laotischen Wirtschaft zur "Batterie Asiens" soll dieser Anteil in Zukunft deutlich steigen. So beliefen sich die Erzeugungskapazitäten 2009 auf rund 700 MW und sollen bereits 2010 durch die Inbetriebnahme des Wasserkraftwerks Nam Theum 2 im Dezember auf 1.600 MW in die Höhe schnellen. Weitere im Aufbau befindliche Projekte betreffen das 120-MW-Wasserkraftwerk Nam Ngum 5 in den Provinzen Vientiane und Xieng Khouang sowie die Erweiterung des Kraftwerks Theun Hinboun in der Provinz Bolikhamxay um 280 MW.

Seit 2001 flossen 4 Mrd. US$ in den Sektor. Die Planungen sehen die Errichtung weiterer Erzeugungskapazitäten bis 2015 von 3.000 MW und bis 2020 rund 7.000 MW vor, wobei die Zielerreichungswahrscheinlichkeit von Fachleuten mit einem Fragezeichen versehen wird. Von den mehr als 60 geplanten Projekten befinden sich 45 noch in der Prüfungsphase und es sei derzeit nicht absehbar, inwiefern und in welcher Zahl diese Vorhaben tatsächlich umgesetzt würden.

Künftig könnte in diesem Zusammenhang dem Bau kleinerer Wasserkraftwerke eine größere Bedeutung zukommen. So wird eine Anlage mit einer Kapazität von 5 MW und Investitionskosten von 10 Mio. US$ am Fluss Sang in der Provinz Vientiane 2010 die Produktion aufnehmen. Weitere Vorhaben sind geplant, wobei bisher vor allem französische und thailändische Unternehmen umfangreiche Aktivitäten in Laos entwickelt haben.

Ein großes Problem besteht in der nur unzureichenden Vernetzung der Stromverbindungen. Viele Dörfer und Städte sind auf absehbare Zeit noch von der Energieversorgung ausgeschlossen. Zwar werden die Verbindungen mit anderen Ländern wie Thailand zum Export des Stroms ausgebaut, doch eine vollständige Integration des laotischen Stromnetzes ist aufgrund der hohen dabei entstehenden Kosten nicht absehbar. Lösungsansätze sind hier in erster Linie über das GMS-(Greater Mekong Subregion-)Programm der Asian Development Bank (ADB) denkbar, das eine intensivere Vernetzung der Infrastruktur zwischen den Mekong-Anrainerstaaten fördert.

Die ADB hat bereits einen Kredit in Höhe von 20 Mio. US$ zum Ausbau von 400 km Transmissionsleitungen gewährt. Auch die Regierungen von Korea (Rep.) und Kuwait wollen sich bei ähnlichen Projekten an Finanzierungen beteiligen. Die offizielle Zielsetzung der laotischen Regierung besteht darin, bis 2020 rund 90% der Haushalte des Landes an das Stromnetz angeschlossen zu haben. Lieferchancen dürften sich dabei in erster Linie für Isolatoren, Kleinkomponenten für Freileitungen sowie Transformatoren ergeben. (A.H.)

© gtai/DR. KLIPPE Consult 2010**

 


(*) Alexander Hirschle ist Korrespondent von Germany Trade and Invest, gtai, in Südostasien. 
(**) Quelle: Germany Trade & Invest

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